LORETA - Vokaalteoste eestikeelsete tõlgete andmebaas
Andmebaas sisaldab järgmisi teoseid: ooperid, oratooriumid, kantaadid, laulud ja liturgilised žanrid. Andmebaasi täiendatakse jätkuvalt uute teoste tõlgetega.

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Matthäus-Passion
Matteuse passioon
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Muusika autor Johann Sebastian Bach
Sõnade autor Picander
Tõlge Toomas Siitan
Teose kataloogi- või oopusenumber: BWV244

Erster Teil


1. Chorus (I, II, Sopr. in rip.)

Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen,
Sehet - Wen? - den Bräutigam,
Seht ihn - Wie? - als wie ein Lamm!
O Lamm Gottes, unschuldig
Am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
Sehet, - Was? - seht die Geduld,
Allzeit erfunden geduldig,
Wiewohl du warest verachtet.
Seht - Wohin? - auf unsre Schuld;
All Sünd hast du getragen,
Sonst müßten wir verzagen.
Sehet ihn aus Lieb und Huld
Holz zum Kreuze selber tragen!
Erbarm dich unser, o Jesu!

2. Rezitativ (I)

Evangelista:
Da Jesus diese Rede vollendet hatte,
sprach er zu seinen Jüngern:

Jesus:
Ihr wisset, daß nach zweien Tagen Ostern wird,
und des Menschen Sohn wird überantwortet werden,
daß er gekreuziget werde.

3. Choral (I, II)

Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen,
Daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?
Was ist die Schuld, in was für Missetaten
Bist du geraten?

4.a (4.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da versammleten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Ältesten im Volk in den Palast des Hohenpriesters,
der da hieß Kaiphas,
und hielten Rat, wie sie Jesum mit Listen griffen und töteten.
Sie sprachen aber:

4.b (5.) Chori (I, II)

Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk.

4.c (6.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da nun Jesus war zu Bethanien, im Hause Simonis des Aussätzigen,
trat zu ihm ein Weib, die hatte ein Glas mit köstlichem Wasser
und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß.
Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig
und sprachen:

4.d (7.) Chorus (I)

Wozu dienet diese Unrat?
Dieses Wasser hätte mögen teuer verkauft
und den Armen gegeben werden.

4.e (8.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen:

Jesus:
Was bekümmert ihr das Weib?
Sie hat ein gut Werk mir getan.
Ihr habet allezeit Armen bei euch,
mich aber habt ihr nicht allezeit.
Daß sie dies Wasser hat auf mein Leib gegossen,
hat sie getan, daß man mich begraben wird.
Wahrlich, ich sage euch:
Wo dies Evangelium geprediget wird in der ganzen Welt,
da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis,
was sie getan hat.

5. (9.) Rezitativ A. (I)

Du lieber Heiland du,
Wenn deine Jüngern töricht streiten,
Daß dieses fromme Weib
Mit salben deinen Leib
Zum Grabe will bereiten,
So lasse mir inzwischen zu,
Von meiner Augen Tränenflüssen
Ein Wasser auf dein Haupt zu gießen!

6. (10.) Arie A. (I)

Buß und Reu
Knirscht das Sündenherz entzwei,
Daß die Tropfen meiner Zähren
Angenehme Spezerei,
Treuer Jesu, dir gebären.

7. (11.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da ging hin der Zwölfen einer, mit Namen Judas Ischarioth,
zu den Hohenpriestern und sprach:

Judas:
Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten.

Evangelista:
Und sie boten ihm dreißig Silberlinge.
Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn verriete.

8. (12.) Arie S. (II)

Blute nur, du liebes Herz!
Ach! ein Kind, das du erzogen,
Das an deiner Brust gesogen,
Droht den Pfleger zu ermorden,
Denn es ist zur Schlange worden.

9.a (13.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Aber am ersten Tage der süßen Brot
traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm:

9.b (14.) Chorus (I)

Wo willst du, daß wir dir bereiten,
das Osterlamm zu Essen?

9.c (15.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Er sprach:

Jesus:
Gehet hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm:
Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist hier,
ich will bei dir die Ostern halten mit meinen Jüngern.

Evangelista:
Und die Jünger täten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
und bereiteten das Osterlamm.
Und am Abend satzte er sich zu Tische mit den Zwölfen.
Und da sie aßen, sprach er:

Jesus:
Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

9.d Rezitativ (I)

Evangelista:
Und sie wurden sehr betrübt und huben an,
ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm:

9.e Chorus (I)

Herr, bin ich's?

10. (16.) Choral (I, II)

Ich bin's, ich sollte büßen,
An Händen und an Füßen
Gebunden in der Höll.
Die Geißeln und die Banden
Und was du ausgestanden,
Das hat verdienet meine Seel.

11. (17.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Er antwortete und sprach:

Jesus:
Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchet,
der wird mich verraten.
Des Menschen Sohn gehet zwar dahin,
wie von ihm geschrieben stehet;
doch wehe dem Menschen,
durch welchen des Menschen Sohn verraten wird!
Es wäre ihm besser,
daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre.

Evangelista:
Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach:

Judas:
Bin ich's, Rabbi?

Evangelista:
Er sprach zu ihm:

Jesus:
Du sagest's.

Evangelista:
Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot,
dankete und brach's und gab's den Jüngern und sprach:

Jesus:
Nehmet, esset, das ist mein Leib.

Evangelista:
Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach:

Jesus:
Trinket alle daraus; das ist mein
Blut des neuen Testaments,
welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.
Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr
von diesem Gewächs des Weinstocks trinken
bis an den Tag,
da ich's neu trinken werde in meines Vaters Reich.

12. (18.) Rezitativ S. (I)

Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt,
Daß Jesus von mir Abschied nimmt,
So macht mich doch sein Testament erfreut:
Sein Fleisch und Blut, o Kostbarkeit,
Vermacht er mir in meine Hände.
Wie er es auf der Welt mit denen Seinen
Nicht böse können meinen,
So liebt er sie bis an das Ende.

13. (19.) Arie S. (I)

Ich will dir mein Herze schenken,
Senke dich, mein Heil, hinein!
Ich will mich in dir versenken;
Ist dir gleich die Welt zu klein,
Ei, so sollst du mir allein
Mehr als Welt und Himmel sein.

14. (20.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten,
gingen sie hinaus an den Ölberg.
Da sprach Jesus zu ihnen:

Jesus:
In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir.
Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen,
und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.
Wenn ich aber auferstehe,
will ich vor euch hingehen in Galiläam.

15. (21.) Choral (I, II)

Erkenne mich, mein Hüter,
Mein Hirte, nimm mich an!
Von dir, Quell aller Güter,
Ist mir viel Guts getan.
Dein Mund hat mich gelabet
Mit Milch und süßer Kost,
Dein Geist hat mich begabet
Mit mancher Himmelslust.

16. (22.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Petrus aber antwortete und sprach zu ihm:

Petrus:
Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten,
so will ich doch mich nimmermehr ärgern.

Evangelista:
Jesus sprach zu ihm:

Jesus:
Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht,
ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen.

Evangelista:
Petrus sprach zu ihm:

Petrus:
Und wenn ich mit dir sterben müßte,
so will ich dich nicht verleugnen.

Evangelista:
Desgleichen sagten auch alle Jünger.

17. (23.) Choral (I, II)

Ich will hier bei dir stehen;
Verachte mich doch nicht!
Von dir will ich nicht gehen,
Wenn dir dein Herze bricht.
Wenn dein Herz wird erblassen
Im letzten Todesstoß,
Alsdenn will ich dich fassen
In meinen Arm und Schoß.

18. (24.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe,
der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern:

Jesus:
Setzet euch hie, bis daß ich dort hingehe und bete.

Evangelista:
Und nahm zu sich Petrum
und die zween Söhne Zebedäi
und fing an zu trauern und zu zagen.
Da sprach Jesus zu ihnen:

Jesus:
Meine Seele ist betrübt bis an den Tod,
bleibet hie und wachet mit mir.

19. (25.) Rezitativ T. und Chor (I, II)

O Schmerz!
Hier zittert das gequälte Herz;
Wie sinkt es hin, wie bleicht sein Angesicht!
Was ist die Ursach aller solcher plagen?
Der Richter führt ihn vor Gericht.
Da ist kein Trost, kein Helfer nicht.
Ach! meine Sünden haben dich geschlagen;
Er leidet alle Höllenqualen,
Er soll vor fremden Raub bezahlen.
Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet,
Was du erduldet.
Ach, könnte meine Liebe dir,
Mein Heil, dein Zittern und dein Zagen
Vermindern oder helfen tragen,
Wie gerne blieb ich hier!

20. (26.) Arie T. und Chor (I, II)

Ich will bei meinem Jesu wachen,
So schlafen unsre Sünden ein.
Meinen Tod
Büßet seine Seelennot;
Seine Trauren machet mich voll Freuden.
Drum muß uns sein verdienstlich Leiden
Recht bitter und doch süße sein.

21. (27.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und ging hin ein wenig,
fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach:

Jesus:
Mein Vater, ist's möglich,
so gehe dieser Kelch von mir;
doch nicht wie ich will,
sondern wie du willt.

22. (28.) Rezitativ B. (II)

Der Heiland fällt vor seinem Vater nieder;
Dadurch erhebt er mich und alle
Von unserm Falle
Hinauf zu Gottes Gnade wieder.
Er ist bereit,
Den Kelch, des Todes Bitterkeit zu trinken,
In welchen Sünden dieser Welt
Gegossen sind und häßlich stinken,
Weil es dem lieben Gott gefällt.

23. (29.) Arie B. (II)

Gerne will ich mich bequemen,
Kreuz und Becher anzunehmen,
Trink ich doch dem Heiland nach.
Denn sein Mund,
Der mit Milch und Honig fließet,
Hat den Grund
Und des Leidens herbe Schmach
Durch den ersten Trunk versüßet.

24. (30.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und er kam zu seinen Jüngern
und fand sie schlafend und sprach zu ihnen:

Jesus:
Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Evangelista:
Zum andernmal ging er hin, betete und sprach:

Jesus:
Mein Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe,
ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille.

25. (31.) Choral. (I, II)

Was mein Gott will, das g'scheh allzeit,
Sein Will, der ist der beste,
Zu helfen den'n er ist bereit,
Die an ihn gläuben feste.
Er hilft aus Not, der fromme Gott,
Und züchtiget mit Maßen.
Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut,
Den will er nicht verlassen.

26. (32.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und er kam und fand sie aber schlafend,
und ihre Augen waren voll Schlafs.
Und er ließ sie und ging abermal hin
und betete zum drittenmal
und redete dieselbigen Worte.
Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen:

Jesus:
Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen?
Siehe, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn
in der Sünder Hände überantwortet wird.
Stehet auf, lasset uns gehen; siehe, er ist da, der mich verrät.

Evangelista:
Und als er noch redete, siehe,
da kam Judas, der Zwölfen einer,
und mit ihm eine große Schar
mit Schwerten und mit Stangen von den Hohenpriestern
und Ältesten des Volks.
Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt:
"Welchen ich küssen werde,
der ist's, den greifet!"
Und alsbald trat er zu Jesu und sprach:

Judas:
Gegrüßet seist du, Rabbi!

Evangelista:
Und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm:

Jesus:
Mein Freund, warum bist du kommen?

Evangelista:
Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn.

27.a (33.) Arie S. A. und Chor (I, II)

So ist mein Jesus nun gefangen.
Laßt ihn, haltet, bindet nicht!
Mond und Licht
Ist vor Schmerzen untergangen,
Weil mein Jesus ist gefangen.
Laßt ihn, haltet, bindet nicht!
Sie führen ihn, er ist gebunden.

27.b Chori (I, II)

Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden?
Eröffne den feurigen Abgrund, o Hölle,
Zertrümmre, verderbe, verschlinge, zerschelle
Mit plötzlicher Wut
Den falschen Verräter, das mördrische Blut!

28. (34.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren, reckete die Hand aus
und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab.
Da sprach Jesus zu ihm:

Jesus:
Stecke dein Schwert an seinen Ort;
denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.
Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten,
daß er mir zu schickte mehr denn zwölf Legion Engel?
Wie würde aber die Schrift erfüllet?
Es muß also gehen.

Evangelista:
Zu der Stund sprach Jesus zu den Scharen:

Jesus:
Ihr seid ausgegangen als zu einem Mörder,
mit Schwerten und mit Stangen, mich zu fahen;
bin ich doch täglich bei euch gesessen
und habe gelehret im Tempel,
und ihr habt mich nicht gegriffen.
Aber das ist alles geschehen,
daß erfüllet würden die Schriften der Propheten.

Evangelista:
Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

29. (35.) Choral (I, II, Sopr. in rip.)

O Mensch, bewein dein Sünde groß,
Darum Christus seins Vaters Schoß
Äußert und kam auf Erden;
Von einer Jungfrau rein und zart
Für uns er hie geboren ward,
Er wollt der Mittler werden.
Den Toten er das Leben gab
Und legt darbei all Krankheit ab,
Bis sich die Zeit herdrange,
Daß er für uns geopfert würd,
Trüg unsrer Sünden schwere Bürd
Wohl an dem Kreuze lange.

Zweiter Teil

30. (36.) Arie A. und Chor (I, II)

Ach! nun ist mein Jesus hin!
Wo ist denn dein Freund hingegangen,
O du Schönste unter den Weibern?
Ist es möglich, kann ich schauen?
Wo hat sich dein Freund hingewandt?
Ach! mein Lamm in Tigerklauen,
Ach! wo ist mein Jesus hin?
So wollen wir mit dir ihn suchen.
Ach! was soll ich der Seele sagen,
Wenn sie mich wird ängstlich fragen?
Ach! wo ist mein Jesus hin?

31. (37.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Die aber Jesum gegriffen hatten,
führeten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas,
dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammlet hatten.
Petrus aber folgete ihm nach von ferne
bis in den Palast des Hohenpriesters
und ging hinein und satzte sich bei die Knechte,
auf daß er sähe, wo es hinaus wollte.
Die Hohenpriester aber und Ältesten und der ganze Rat
suchten falsche Zeugnis wider Jesum,
auf daß sie ihn töteten, und fanden keines.

32. (38.) Choral (I, II)

Mir hat die Welt trüglich gericht'
Mit Lügen und mit falschem G'dicht,
Viel Netz und heimlich Stricke.
Herr, nimm mein wahr in dieser G'fahr,
B'hüt mich für falschen Tücken!

33. (39.) Rezitativ (I, II)

Evangelista:
Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten,
funden sie doch keins.
Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen:

Testis I, II:
Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen
und in dreien Tagen denselben bauen.

Evangelista:
Und der Hohepriester stund auf und sprach zu ihm:

Pontifex:
Antwortest du nichts zu dem,
das diese wider dich zeugen?

Evangelista:
Aber Jesus schwieg stille.

34. (40.) Rezitativ T. (II)

Mein Jesus schweigt
Zu falschen Lügen stille,
Um uns damit zu zeigen,
Daß sein Erbarmens voller Wille
Vor uns zum Leiden sei geneigt,
Und daß wir in dergleichen Pein
Ihm sollen ähnlich sein
Und in Verfolgung stille schweigen.

35. (41.) Arie T. (II)

Geduld!
Wenn mich falsche Zungen stechen.
Leid ich wider meine Schuld
Schimpf und Spott,
Ei, so mag der liebe Gott
Meines Herzens Unschuld rächen.

36.a (42.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm:

Pontifex:
Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest,
ob du seiest Christus, der Sohn Gottes?

Evangelista:
Jesus sprach zu ihm:

Jesus:
Du sagest's. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen,
daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn
sitzen zur Rechten der Kraft
und kommen in den Wolken des Himmels.

Evangelista:
Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach:

Pontifex:
Er hat Gott gelästert; was dürfen wir weiter Zeugnis?
Siehe, itzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret.
Was dünket euch?

Evangelista:
Sie antworteten und sprachen:

36.b Chori (I, II)

Er ist des Todes schuldig!

36.c (43.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da speieten sie aus in sein Angesicht
und schlugen ihn mit Fäusten.
Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht
und sprachen:

36.d Chori (I, II)

Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug?

37. (44.) Choral (I, II)

Wer hat dich so geschlagen,
Mein Heil, und dich mit Plagen
So übel zugericht'?
Du bist ja nicht ein Sünder
Wie wir und unsre Kinder;
Von Missetaten weißt du nicht.

38.a (45.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Petrus aber saß draußen im Palast;
und es trat zu ihm eine Magd und sprach:

Ancilla I:
Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa.

Evangelista:
Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach:

Petrus:
Ich weiß nicht, was du sagest.

Evangelista:
Als er aber zur Tür hinausging,
sahe ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren:

Ancilla II:
Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth.

Evangelista:
Und er leugnete abermal und schwur dazu:

Petrus:
Ich kenne des Menschen nicht.

Evangelista:
Und über eine kleine Weile traten hinzu,
die da stunden, und sprachen zu Petro:

38.b (46.) Chorus (II)

Wahrlich, du bist auch einer von denen;
denn deine Sprache verrät dich.

38.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Da hub er an, sich zu verfluchen und zu schwören:

Petrus:
Ich kenne des Menschen nicht.

Evangelista:
Und alsbald krähete der Hahn.
Da dachte Petrus an die Worte Jesu,
da er zu ihm sagte:
Ehe der Hahn krähen wird,
wirst du mich dreimal verleugnen.
Und ging heraus und weinete bitterlich.

39. (47.) Arie A. (I)

Erbarme dich,
Mein Gott, um meiner Zähren willen!
Schaue hier,
Herz und Auge weint vor dir
Bitterlich.

40. (48.) Choral (I, II)

Bin ich gleich von dir gewichen,
Stell ich mich doch wieder ein;
Hat uns doch dein Sohn verglichen
Durch sein' Angst und Todespein.
Ich verleugne nicht die Schuld;
Aber deine Gnad und Huld
Ist viel größer als die Sünde,
Die ich stets in mir befinde.

41.a (49.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Des Morgens aber hielten alle Hohepriester
und die Ältesten des Volks einen Rat über Jesum,
daß sie ihn töteten. Und bunden ihn,
führeten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger
Pontio Pilato.
Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte,
daß er verdammt war zum Tode,
gereuete es ihn und brachte herwieder die dreißig Silberlinge
den Hohenpriestern und Ältesten und sprach:

Judas:
Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe.

Evangelista:
Sie sprachen:

41.b Chori (I, II)

Was gehet uns das an? Da siehe du zu!

41.c (50.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und er warf die Silberlinge in den Tempel,
hub sich davon, ging hin und erhängete sich selbst.
Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge
und sprachen:

Pontifex I, II:
Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen,
denn es ist Blutgeld.

42. (51.) Arie B. (II)

Gebt mir meinen Jesum wieder!
Seht, das Geld, den Mörderlohn,
Wirft euch der verlorne Sohn
Zu den Füßen nieder!

43. (52.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker
darum zum Begräbnis der Pilger.
Daher ist derselbige Acker genennet der Blutacker bis auf den heutigen Tag.
Da ist erfüllet,
das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:
"Sie haben genommen dreißig Silberlinge,
damit bezahlet ward der Verkaufte,
welchen sie kauften von den Kindern Israel,
und haben sie gegeben um einen Töpfersacker,
als mir der Herr befohlen hat."
Jesus aber stund vor dem Landpfleger;
und der Landpfleger fragte ihn und sprach:

Pilatus:
Bist du der Juden König?

Evangelista:
Jesus aber sprach zu ihm:

Jesus:
Du sagest's.

Evangelista:
Und da er verklagt war von den Hohenpriestern und Ältesten,
antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm:

Pilatus:
Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen?

Evangelista:
Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, also,
daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte.

44. (53.) Choral (I, II)

Befiehl du deine Wege
Und was dein Herze kränkt
Der allertreusten Pflege
Des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
Gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann.

45.a (54.) Rezitativ (I, II)

Evangelista:
Auf das Fest aber hatte der Landpfleger Gewohnheit,
dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.
Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen,
einen sonderlichen von andern, der hieß Barrabas.
Und da sie versammlet waren, sprach Pilatus zu ihnen:

Pilatus:
Welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe?
Barrabam oder Jesum, von dem gesaget wird, er sei Christus?

Evangelista:
Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
Und da er auf dem Richtstuhl saß,
schickete sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen:

Uxor Pilati:
Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten;
ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen!

Evangelista:
Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk,
daß sie um Barrabas bitten sollten
und Jesum umbrächten.
Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen:

Pilatus:
Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben?

Evangelista:
Sie sprachen:

Chorus:
Barrabam!

Evangelista:
Pilatus sprach zu ihnen:

Pilatus:
Was soll ich denn machen mit Jesu,
von dem gesagt wird, er sei Christus?

Evangelista:
Sie sprachen alle:

45.b Chori (I, II)

Laß ihn kreuzigen!

46. (55.) Choral (I, II)

Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe!
Der gute Hirte leidet für die Schafe,
Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte,
Für seine Knechte.

47. (56.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Der Landpfleger sagte:

Pilatus:
Was hat er denn Übels getan?

48. (57.) Rezitativ S. (I)

Er hat uns allen Wohlgetan,
Den Blinden gab er das Gesicht,
Die Lahmen macht er gehend,
Er sagt uns seines Vaters Wort,
Er trieb die Teufel fort,
Betrübte hat er aufgericht',
Er nahm die Sünder auf und an.
Sonst hat mein Jesus nichts getan.

49. (58.) Arie S. (I)

Aus Liebe,
Aus Liebe will mein Heiland sterben,
Von einer Sünde weiß er nichts.
Daß das ewige Verderben
Und die Strafe des Gerichts
Nicht auf meiner Seele bliebe.

50.a (59.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Sie schrieen aber noch mehr und sprachen:

50.b Chori (I, II)

Laß ihn kreuzigen!

50.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete,
sondern daß ein viel größer Getümmel ward,
nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach:

Pilatus:
Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu.

Evangelista:
Da antwortete das ganze Volk und sprach:

50.d Chori (I, II)

Sein Blut komme über uns und unsre Kinder.

50.e Rezitativ (I)

Evangelista:
Da gab er ihnen Barrabam los;
aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn,
daß er gekreuziget würde.

51. (60.) Rezitativ A. (II)

Erbarm es Gott!
Hier steht der Heiland angebunden.
O Geißelung, o Schläg, o Wunden!
Ihr Henker, haltet ein!
Erweichet euch
Der Seelen Schmerz,
Der Anblick solches Jammers nicht?
Ach ja! ihr habt ein Herz,
Das muß der Martersäule gleich
Und noch viel härter sein.
Erbarmt euch, haltet ein!

52. (61.) Arie A. (II)

Können Tränen meiner Wangen
Nichts erlangen,
O, so nehmt mein Herz hinein!
Aber laßt es bei den Fluten,
Wenn die Wunden milde bluten,
Auch die Opferschale sein!

53.a (62.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers
Jesum zu sich in das Richthaus
und sammleten über ihn die ganze Schar
und zogen ihn aus
und legeten ihm einen Purpurmantel an
und flochten einen dornene Krone
und satzten sie auf sein Haupt
und ein Rohr in seine Rechte Hand
und beugeten die Knie vor ihm
und spotteten ihn und sprachen:

53.b Chori (I, II)

Gegrüßet seist du, Jüdenkönig!

53.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Und speieten ihn an
und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.

54. (63.) Choral (I, II)

O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zu Spott gebunden
Mit einen Dornenkron,
O Haupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr und Zier,
Jetzt aber hoch schimpfieret,
Gegrüßet seist du mir!

Du edles Angesichte,
Dafür sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte,
Wie bist du so bespeit;
Wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet,
So schändlich zugericht'?

55. (64.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und da sie ihn verspottet hatten,
zogen sie ihm den Mantel aus
und zogen ihm seine Kleider an
und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten.
Und indem sie hinausgingen, funden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon;
den zwungen sie, daß er ihm sein Kreuz trug.

56. (65.) Rezitativ B. (I)

Ja freilich will in uns das Fleisch und Blut
Zum Kreuz gezwungen sein;
Je mehr es unsrer Seele gut,
Je herber geht es ein.

57. (66.) Arie B. (I)

Komm, süßes Kreuz, so will ich sagen,
Mein Jesu, gib es immer her!
Wird mir mein Leiden einst zu schwer,
So hilfst du mir es selber tragen.

58.a (67.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und da sie an die Stätte kamen
mit Namen Golgatha,
das ist verdeutschet Schädelstätt,
gaben sie ihm Essig zu trinken mit Gallen vermischet;
und da er's schmeckete, wollte er's nicht trinken.
Da sie ihn aber gekreuziget hatten,
teilten sie seine Kleider
und wurfen Los darum,
auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten:
"Sie haben meine Kleider unter sich geteilet,
und über meine Gewand haben sie das Los geworfen."
Und sie saßen allda und hüteten sein.
Und oben zu seinen Häupten hefteten sie die Ursach
seines Todes beschrieben,
nämlich: "Dies ist Jesus, der Jüden König."
Und da wurden zween Mörder mit ihm gekreuziget,
einer zur Rechten und einer zur Linken.
Die aber vorübergingen, lästerten ihn
und schüttelten ihre Köpfe und sprachen:

58.b Chori (I, II)

Der du den Tempel Gottes zerbrichst
und bauest ihn in dreien Tagen, hilf dir selber!
Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz!

58.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein
samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:

58.d Chori (I, II)

Andern hat er geholfen und kann ihm selber nicht helfen.
Ist er der König Israel, so steige er nun vom Kreuz,
so wollen wir ihm glauben.
Er hat Gott vertrauet,
der erlöse ihn nun, lüstet's ihn;
denn er hat gesagt: ch bin Gottes Sohn.

58.e (68.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Desgleichen schmäheten ihn auch die Mörder,
die mit ihm gekreuziget waren.

59. (69.) Rezitativ A. (I)

Ach Golgatha, unselges Golgatha!
Der Herr der Herrlichkeit muß schimpflich hier verderben,
Der Segen und das Heil der Welt
Wird als ein Fluch ans Kreuz gestellt.
Der Schöpfer Himmels und der Erden
Soll Erd und Luft entzogen werden.
Die Unschuld muß hier schuldig sterben,
Das gehet meiner Seele nah;
Ach Golgatha, unselges Golgatha!

60. (70.) Arie A. und Chor (I, II)

Sehet, Jesus hat die Hand,
Uns zu fassen, ausgespannt,
Kommt! B Wohin? B in Jesu Armen
Sucht Erlösung, nehmt Erbarmen,
Suchet! B Wo? B in Jesu Armen.
Lebet, sterbet, ruhet hier,
Ihr verlass'nen Küchlein ihr,
Bleibet, B Wo? B in Jesu Armen.

61.a (71.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und von der sechsten Stunde an war eine Finsternis
über das ganze Land bis zu der neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde schriee Jesus laut und sprach:

Jesus:
Eli, Eli, lama asabthani?

Evangelista:
Das ist: Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?
Etliche aber, die da stunden, da sie das höreten, sprachen sie:

61.b Chorus (I)

Der rufet dem Elias!

61.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Und bald lief einer unter ihnen,
nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig
und steckete ihn auf ein Rohr und tränkete ihn.
Die andern aber sprachen:

61.d Chorus (II)

Halt! laß sehen. ob Elias komme und ihm helfe?

61.e Rezitativ (I)

Evangelista:
Aber Jesus schriee abermal laut und verschied.

62. (72.) Choral (I, II)

Wenn ich einmal soll scheiden,
So scheide nicht von mir,
Wenn ich den Tod soll leiden,
So tritt du denn herfür!
Wenn mir am allerbängsten
Wird um das Herze sein,
So reiß mich aus den Ängsten
Kraft deiner Angst und Pein!

63.a (73.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stück
von oben an bis unten aus.
Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen,
und die Gräber täten sich auf,
und stunden auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen,
und gingen aus den Gräbern
nach seiner Auferstehung
und kamen in die heilige Stadt
und erschienen vielen.
Aber der Hauptmann und die
bei ihm waren und bewahreten Jesum,
da sie sahen das Erdbeben und was da geschah,
erschraken sie sehr und sprachen:

63.b Chori (I, II)

Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen.

63.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Und es waren viel Weiber da, die von ferne zusahen,
die da waren nachgefolget
aus Galiläa und hatten ihm gedienet,
unter welchen war Maria Magdalena
und Maria, die Mutter Jacobi und Joses,
und die Mutter der Kinder Zebedäi.
Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia,
der hieß Joseph, welcher auch ein Jünger Jesu war,
der ging zu Pilato und bat ihn um den Leichnam Jesu.
Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben.

64. (74.) Rezitativ B. (I)

Am Abend, da es kühle war,
Ward Adams fallen offenbar;
Am Abend drücket ihn der Heiland nieder.
Am Abend kam die Taube wieder
Und trug ein Ölblatt in dem Munde.
O schöne Zeit! O Abendstunde!
Der Friedenschluß ist nun mit Gott gemacht,
denn Jesus hat sein Kreuz vollbracht.
Sein Leichnam kömmt zur Ruh,
Ach! liebe Seele, bitte du,
Geh, lasse dir den toten Jesum schenken,
O heilsames, o köstlichs Angedenken!

65. (75.) Arie B. (I)

Mache dich, mein Herze, rein,
Ich will Jesum selbst begraben.
Denn er soll nunmehr in mir
Für und für
Seine süße Ruhe haben.
Welt, geh aus, laß Jesum ein!

66.a (76.) Rezitativ (I)

Evangelista:
Und Joseph nahm den Leib
und wickelte ihn in ein rein Leinwand
und legte ihn in sein eigen neu Grab,
welches er hatte lassen in einen Fels hauen,
und wälzete einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon.
Es war aber allda Maria Magdalena
und die andere Maria, die satzten sich gegen das Grab.
Des andern Tages, der da folget, nach dem Rüsttage,
kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato
und sprachen:

66.b Chori (I, II)

Herr, wir haben gedacht,
daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete;
Ich will nach dreien Tagen wieder auferstehen.
Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag,
auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn
und sagen zu dem Volk: Er ist auferstanden von den Toten,
und werde der letzte Betrug ärger denn der Erste!

66.c Rezitativ (I)

Evangelista:
Pilatus sprach zu ihnen:

Pilatus:
Da habt ihr die Hüter;
gehet hin und verwahret's, wie ihr's wisset!

Evangelista:
Sie gingen hin und
verwahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.

67. (77.) Rezitativ und Chor (I, II)

Baß:
Nun ist der Herr zur Ruh gebracht.
Mein Jesu, gute Nacht!

Tenor:
Die Müh ist aus, die unsre Sünden ihm gemacht.
Mein Jesu, gute Nacht!

Alt:
O selige Gebeine,
Seht, wie ich euch mit Buß und Reu beweine,
Daß euch mein Fall in solche Not gebracht!
Mein Jesu, gute Nacht!

Sopran:
Habt lebenslang
Vor euer Leiden tausend Dank,
Daß ihr mein Seelenheil so wert geacht'.
Mein Jesu, gute Nacht!

68. (78.) Chorus (I, II)

Wir setzen uns mit Tränen nieder
Und rufen dir im Grabe zu:
Ruhe sanfte, sanfte Ruh!
Ruht, ihr ausgesognen Glieder!
Euer Grab und Leichenstein
Soll dem ängstlichen Gewissen
Ein bequemes Ruhekissen
Und der Seelen Ruhstatt sein.
Höchst vergnügt schlummern da die Augen ein.
Esimene osa


1. Koor (I, II, soprani rühm)

Tulge, tütred, leinake minuga!
Vaadake - Keda? - oma peigmeest,
vaadake teda, - Millist? - kes justnagu tall!
Oh süüta Jumala Tall,
kes ohverdati ristipuul,
Vaadake - Mida? - teda talumas piinu,
aina talumas vaikselt,
kuis teda ka ei põlatud.
vaadake - Kuhu? - meie süüle.
Meie patud sa kandsid,
et päästa meid meeleheitest.
Vaadake teda täis armu ja halastust
ise kandmas ristipuud!
Halasta meie peale, oh Jeesus!

2. Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Kui Jeesus oli kõik need kõned lõpetanud,
ütles ta oma jüngritele:

Jeesus:
Te teate, et kahe päeva pärast on paasapüha
ja Inimese Poeg antakse ära,
et ta risti löödaks.

3. Koraal (I, II)

Armsaim Jeesus, mis kurja sa oled teinud,
et sind nii karmilt hukka mõistetakse?
Mis süü see on? Mis kuritöösse
oled sa sattunud?

4.a (4.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Siis kogunesid ülempreestrid ja rahvavanemad
ülempreestri õuele,
keda nimetati Kaivaks,
ja otsustasid Jeesuse kavalusega kinni võtta ja tappa.
Nad ütlesid aga:

4.b (5.) Koorid (I, II)

Mitte pühade ajal, et rahvas ei hakkaks mässama.

4.c (6.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Aga kui Jeesus oli Betaanias pidalitõbise Siimona majas,
astus ta juurde naine, kellel oli alabasternõu ülihinnalise salviga
ja valas selle tema pea peale, kui ta lauas istus.
Kui ta jüngrid seda nägid, läks nende meel pahaseks
ja nad ütlesid:

4.d (7.) Koor (I)

Milleks küll see raiskamine?
Selle oleks ju võinud müüa suure raha eest
ja raha anda vaestele.

4.e (8.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Kui Jeesus seda märkas, ütles ta neile:

Jeesus:
Mis te tülitate seda naist?
Ta on teinud mulle heateo.
Vaeseid on teie juures ju alati,
mind aga ei ole teil alati.
Sest seda salvi minu ihu peale kallates
tegi tema seda minu matusteks.
Tõesti, ma ütlen teile:
kus iganes kogu maailmas seda rõõmusõnumit kuulutatakse,
kõneldakse ka tema mälestuseks seda,
mis ta on teinud.

5. (9.) Aldi retsitatiiv (I)

Sa armas Lunastaja,
kui su jüngrid sõgedalt riidlevad,
sest see vaga naine
tahab su ihu võides
sind matusteks valmistada,
siis luba mindki ligi,
et ma silmaveega
võiksin kasta su pead!

6. (10.) Aldi aaria (I)

Kahetsus ja süümepiin
rebivad lõhki patuse südame,
et minu silmavee piiskadest
saaks sulle, truu Jeesus,
leevendav lõhnarohi.

7. (11.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Siis läks üks neist kaheteistkümnest, nimega Juudas Iskariot,
ülempreestrite juurde ning ütles:

Juudas:
Mis te tahate mulle anda, kui ma tema teie kätte annan?

Evangelist:
Ja nemad pakkusid talle kolmkümmend hõberaha.
Ja sellest ajast otsis ta parajat hetke, et teda reeta.

8. (12.) Soprani aaria (II)

Nüüd veritse, valutav süda!
Ah, su hooles kasvanud laps,
see, kes on su rinnal joonud,
tahab tappa oma hoidjat,
sest see laps on saanud maoks.

9.a (13.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Aga esimesel hapnemata leibade päeval
astusid jüngrid Jeesuse juurde ja ütlesid talle:

9.b (14.) Koor (I)

Kuhu sa tahad, et me sulle
paasatalle söömise valmistaksime?

9.c (15.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Tema ütles:

Jeesus:
Minge linna ühe mehe juurde ja öelge talle:
Õpetaja ütleb: minu aeg on ligi,
ma tahan sinu juures pidada paasasöömaaega oma jüngritega.

Evangelist:
Ja jüngrid tegid, nõnda nagu Jeesus neid oli käskinud,
ja valmistasid paasatalle.
Ja õhtul istus Jeesus lauda koos nende kaheteistkümnega.
Ja kui nad sõid, ütles ta:

Jeesus:
Tõesti, ma ütlen teile: üks teie seast annab mu ära.

9.d Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja nad said väga kurvaks
ning hakkasid üksteise järel talle ütlema:

9.e Koor (I)

Issand, ega mina see ole?

10. (16.) Koraal (I)

Mina see olen, mina kahetsegu,
käsist-jalust seotuna
põrgupiinades!
Piitsa ja köidikud,
ja kõik, mida sul tuleb taluda,
on ära teeninud minu hing!

11. (17.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Tema vastas:

Jeesus:
See, kes minuga käe kaussi kastab,
see annabki mind ära.
Inimese Poeg läheb küll ära,
nõnda nagu temast on kirjutatud;
aga häda sellele inimesele,
kes Inimese Poja ära annab!
Tollele inimesele oleks parem,
kui ta ei oleks üldse sündinud.

Evangelist:
Aga Juudas, tema äraandja, kostis talle:

Juudas:
Ega ometi mina ole see, rabi?

Evangelist:
Tema ütles talle:

Jeesus:
Need on sinu sõnad.

Evangelist:
Aga kui nad sõid, võttis Jeesus leiva,
tänas ja murdis ja ütles jüngritele andes:

Jeesus:
Võtke, sööge, see on minu ihu!

Evangelist:
Ja ta võttis karika ja tänas, andis selle neile ja ütles:

Jeesus:
Jooge kõik selle seest, sest see on minu veri,
uue lepingu veri,
mis valatakse paljude eest pattude andeksandmiseks.
Ma ütlen teile: mina ei joo siitpeale enam
sellest viinapuu viljast
kuni tolle päevani,
mil ma joon koos teiega uuesti oma Isa riigis.

12. (18.) Soprani retsitatiiv (I)

Kuis ka ei ujuks pisarais mu süda,
kui Jeesus mind hüvasti jätab,
rõõmustab mind ometi ta leping:
oma ihu ja vere, oh millised aarded
pärandab ta mulle.
Ja nagu ta siin ilmas
leebelt omasid kohtles,
nii hoiab ta neid lõpuni.

13. (19.) Soprani aaria (I)

Oma südame kingin ma sulle,
lasku sinna, mu Lunastus!
Ma tahaksin kaduda sinusse,
ja kui sulle on maailm liig väike,
ah, siis oled sa üksigi mulle
enam kui taevas ja maa.

14. (20.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja kui nad olid laulnud kiituselaulu,
läksid nad välja Õlimäele.
Siis ütles Jeesus neile:

Jeesus:
Teie kõik pahandate minu peale täna öösel.
Sest kirjutatud on: Ma löön karjast
ja karja lambad pillutatakse laiali.
Kuid pärast oma ülestõusmist
lähen ma teie eel Galileasse.

15. (21.) Koraal (I, II)

Tunne mind ära, mu kaitsja,
mu karjane, võta mind omaks!
Sa kõigi hüvede läte
oled teinud mulle nii palju head.
Sinu suu on mind kosutanud
piima ja maiuspaladega,
sinu Vaim on minule toonud
taevalikke rõõme.

16. (22.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Aga Peetrus kostis talle:

Peetrus:
Kui ka kõik pahandaksid sinu peale,
mina ei pahanda eluilmaski.

Evangelist:
Jeesus ütles talle:

Jeesus:
Tõesti, ma ütlen sulle: täna öösel,
enne kui kukk laulab, salgad sina mu kolm korda ära.

Evangelist:
Peetrus ütles talle:

Peetrus:
Kui ma peaksin koos sinuga suremagi,
ei salga mina sind siiski.

Evangelist:
Samamoodi ütlesid ka kõik teised jüngrid.

17. (23.) Koraal (I, II)

Su juures tahan seista,
oh ära põlga mind!
Ei jäta ma sind siis,
kui murdub sinu süda.
Kui seisma jääb su süda
viimse surmahoobi all,
siis võtan ma su hellalt
oma kätele.

18. (24.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Siis tuli Jeesus koos nendega paika,
mida hüütakse Ketsemaniks, ja ütles oma jüngritele:

Jeesus:
Istuge siin, seni kuni ma lähen ja palvetan seal.

Evangelist:
Ja ta võttis enesega kaasa Peetruse
ja kaks Sebedeuse poega
ning hakkas kurvastama ja ahastama.
Siis ütles Jeesus neile:

Jeesus:
Minu hing on kurb surmani.
Jääge siia ja valvake koos minuga.

19. (25.) Tenori retsitatiiv koraaliga (I, II)

Oh valu!
Siin vabiseb vaevatud süda,
kuis langeb ta maha, kui kahvatu on ta pale!
Mis on küll kõigi nende piinade põhjus?
Kohtunik viib ta süüpinki,
ei ole seal halastust ega abi.
Oh! Minu patud on sind tabanud;
Ta kannatab põrgupiinu,
ta maksab võõra kurja eest.
Mina, oh Issand Jeesus, olen selles süüdi,
mida sina kannatasid.
Oh, suudaks minu armastus,
mu Jeesus, pisutki
leevendada su ahastust,
kui meeleldi jääksin siis siia!

20. (26.) Tenori aaria kooriga (I, II)

Ma valvata tahan oma Jeesuse juures,
nii uinuvad me patud.
Minu surma
lunastab tema hingehäda,
tema kurbus täidab mind rõõmuga.
Seepärast olgu ta ohverdav kannatus
meile kibe, kuid samas ka õnnestav.

21. (27.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja ta läks pisut eemale,
langes silmili maha ja palvetas:

Jeesus:
Minu Isa, kui see on võimalik,
siis möödugu see karikas minust;
ometi mitte nõnda, nagu mina tahan,
vaid nii, nagu sina tahad.

22. (28.) Bassi retsitatiiv (II)

Lunastaja langeb oma Isa jalge ette,
nii tõstab ta mind ja meid kõiki
meie langusest
taas üles, Jumala armu.
Ta on valmis
tühjaks jooma surmakibeduse karika,
kuhu on kallatud selle maailma
jäledalt haisvad patud,
sest armas Jumal tahab nii.

23. (29.) Bassi aaria (I)

Ma alistun hea meelega
võtma vastu risti ja karikat,
joon sealt ju oma Lunastaja järel.
Sest tema suu,
mis voolab mett ja piima,
sealt juba rüüpas enne mind
ja minu kannatuse mõrkjas taak
ta esimesest sõõmust muutus helgeks.

24. (30.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja ta tuli oma jüngrite juurde
ja leidis nad magamast ning ütles neile:

Jeesus:
Nii te siis ei jaksanud ühtainustki tundi koos minuga valvata?
Valvake ja palvetage, et te ei satuks kiusatusse!
Vaim on küll valmis, kuid liha on nõder.

Evangelist:
Ta läks teist korda ära ja palvetas:

Jeesus:
Minu Isa, kui see karikas ei või minust mööduda,
siis ma joon sellest, nii sündigu sinu tahtmine!

25. (31.) Koraal (I, II)

Sündigu ikka mu Jumala tahe,
sest see on ainsana hea.
Kes kindlalt temasse usuvad,
neid on ta valmis aitama.
Halastuse Jumal aitab hädas
ja karistab mõõdukalt.
Kes temasse usub ja talle kindlalt loodab,
neid ta maha ei jäta.

26. (32.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja ta tuli ning leidis nad taas magamast,
ja nende silmad olid rasked unest.
Ja ta jättis nad sinna ning läks taas ära
ja palvetas kolmandat korda,
lausudes uuesti neidsamu sõnu.
Siis ta tuli oma jüngrite juurde ja ütles neile:

Jeesus:
Ah, teie muudkui magate ja puhkate?
Vaata, tund on ligi kui Inimese Poeg
antakse patuste kätte.
Tõuske üles, läki; ennäe, mu äraandja on lähedal!

Evangelist:
Ja kui ta alles kõneles, ennäe, tuli Juudas,
üks neist kaheteistkümnest,
ja koos temaga ülempreestrite
ja rahvavanemate saadetud suur jõuk
mõõkade ja nuiadega.
Ja tema äraandja oli andnud neile tähise:
"See, kellele ma annan suud,
see ta ongi, tema võtke kinni!"
Ja kohemaid astus ta Jeesuse juurde ning ütles:

Juudas:
Ole tervitatud, rabi!

Evangelist:
Ja andis talle suud. Jeesus aga ütles talle:

Jeesus:
Mu sõber, mispärast oled sa siin?

Evangelist:
Siis nad astusid ligi, pistsid käed Jeesuse külge ja võtsid ta kinni.

27.a (33.) Aldi ja soprani duett kooriga (I, II)

Nüüd on mu Jeesus siis kinni võetud.
Laske lahti, ärge hoidke, ärge siduge teda!
Kuu ja päike
on valust looja läinud,
sest mu Jeesus on kinni võetud.
Laske lahti, ärge hoidke, ärge siduge teda!
Nad viivad ta ära, ta on seotud.

27.b Koorid (I, II)

On's välgud ja kõu pilvisse kadunud?
Oh põrgu, ava oma leegitsev kuristik,
purusta, hukuta, hävita, neela
äkkvihas
see valelik reetur, see mõrtsukahing!

28. (34.) Retsitatiiv (I)

Evangelist:
Ja ennäe, üks Jeesuse kaaslastest sirutas käe
ja lõi ülempreestri sulast ning raius ta kõrva ära.
Siis ütles Jeesus talle:

Jeesus:
Pista oma mõõk tuppe tagasi;
sest kes mõõga tõmbab, hukkub mõõga läbi.
Või arvad sa, et ma ei või oma Isa paluda,
ja ta läkitaks mulle enam kui kaksteist leegioni ingleid?
Aga kuidas siis kirjad täide läheksid?
Nii peab see minema.

Evangelist:
Sel tunnil ütles Jeesus rahvahulgale:

Jeesus:
Nagu röövli kallale te olete tulnud
mõõkade ja nuiadega mind kinni võtma;
ma olen ju päevast päeva teie juures istunud
ja pühakojas õpetanud,
ja te ei ole mind kinni võtnud.
Aga see kõik on sündinud,
et prohvetite kirjad läheksid täide.

Evangelist:
Siis jätsid kõik jüngrid tema maha ja põgenesid.

29. (35.) Koraal (I, II, soprani rühm)

Oh inimene, kahetse oma ränka pattu,
mille pärast Kristus oma Isa rüpest
tuli alla maale.
Puhtast, õrnast Neitsist
ta sündis meile,
et saada vahemeheks.
Surnutele andis ta elu,
vabastas kõigist haigustest,
kuni tuli tund,
mil ta end ohverdas meie eest
ja kandis me rasket patukoormat
nii pikalt ristipuul.

Teine osa

30. (36.) Aldi aaria kooriga (I, II)

Ah, nüüd on mu Jeesus ära!
Kuhu su sõber on saanud,
sa ilusaim naistest?
On see võimalik, mis mu silmad näevad?
Kuhu su sõber põikas?
Ah, mu Tall on tiigri küüsis!
Ah, kuhu viidi mu Jeesus?
Me aitame sind